Wolfgang Ruppert: Künstler! Kreativität zwischen Mythos, Habitus und Profession

Prof. Dr. Wolfgang Ruppert: Künstler! Kreativität – zwischen Mythos, Habitus und Professioon. Böhlau Verlag Wien Köln Weimar 2018

Die Geschichte der Künste im 20. Jahrhundert wurde bisher meist als Stilgeschichte dargestellt. MIt diesem Buch wird sie in einer neuen Perspektive als Kulturgeschichte „des Künstlers“ und der Erfindungen schöpferischer Kreativität gedeutet. Es ist zugleich die Geschichte eines Mythos, der bis heute von hoher Anziehungskraft ist.

Der Begriff Künstler verweist jedoch auch darauf, dass die Künstlerprofessionen lange Zeit männlich geprägt swaren. Was aber macht das Künstersein so attraktiv – über die Geschlechterunterschiede hinweg? Worin bestehen die Eigenschaften der Künstler zwischen Moderne, Postmoderne und reflexiver Moderne?

Die spannende Frage ist: Gibt es einen durchgängigen Künstlerhabitus, an dem alle Kreativen teilhaben, den sie lediglich variieren? Dies ist das Thema des Autors.

Jede Generation der Künstler variiert ihr Selbstverständnis innerhalb der jeweiligen gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Rahmenbedingungen in symbolischen und ästhetischen Formen neu. Diese wie auch die Strukturen des Kunstbetriebs als Voraussetzungen für kreative Subjektivität und die Autonomie künstlerischer Arbeit werden vom Autor in ihren Konstanten und Transformationen eingehend untersucht.

Zur Veranschaulichung und Exemplifizierung porträtiert der Kulturhistoriker Wolfgang Ruppert bekannte Individuen der verschiedenen Künstlerprofessionen: Kandinsky und Klee, die „Bauhäusler“, Riefenstahl, Aicher, Beuys, Kippenberger, Schlingensief, Meese oder Pina Bausch. Worin bestehen ihre Gemeinsamkeiten zwischen Moderne, Postmoderne und reflexiver Moderne?

Buch erwerben bei Amazon

„Dem Beruf des Künstlers kommt ohne Zweifel in der Moderne größere Bedeutung für die Gesellschaft zu. Von seiner Arbeit geht kulturelle Innovation aus, sie öffnet das Bewusstsein und Denken.“
(Wolfgang Ruppert 2018, 11)
„Die Freiheit der Kunst bedeutete für ihn, [Joseph #Beuys] die Grenzen der Künste zu springen und überraschende Bezüge zum Leben auszuloten.“
(Wolfgang Ruppert 2018, 204)
„Im Erscheinungsbild von #Beuys verbanden sich 2 Ebenen: einerseits die permanente Erkundung der Erfahrungs- & Ausdrucksfähigkeit des Menschen und andererseits seine spezifische visuelle Erscheinung und symbolische Individualisierung.“
(Wolfgang Ruppert 2018, 220)