Hybride Zeiten - 125 Jahre Museum Neukölln

Vom Naturhistorischen Schulmuseum zum Fachbereich Museum | Stadtgeschichte | Erinnerungskultur

MSE 125: Vom Naturhistorischen Schulmuseum zum Fachbereich Museum | Stadtgeschichte | Erinnerungskultur

Bei Museen verhält es sich wie mit guten Weinen: Bei einem hohen Reifepotential, einem passenden Säuregehalt und bei guter Lagerung werden Museen und Weine mit der Zeit immer wertvoller. Das Museum Neukölln – das als Naturhistorisches Schulmuseum im alten Rixdorfer Schulhaus im Jahr 1897 das Licht der Museumswelt erblickte – feiert am 1. Oktober 2022 sein stattliches Jubiläum:

125 JAHRE MUSEUM NEUKÖLLN

Ziel von Emil Fischer – dem Gründer des Museums – war es, „die wie Pilze aus der Erde wachsenden Schulen so mit Lehrmitteln auszustatten, wie es für einen erziehlichen und erfolgreichen Unterricht unbedingt erforderlich ist.“[1] Heute würde man einen solchen pädagogischen Ansatz als entdeckendes Lernen umschreiben. Und im Prinzip hat sich am Kern dieser Aufgabe auch nach 125 Jahren noch nichts geändert: Nach wie vor gehört die enge Verbindung zu den Schulen zur DNA des Neuköllner Museums.

Aber so, wie sich das Umfeld – d.h. der Bezirk Neukölln – stets gewandelt hat, so hat sich auch das Neuköllner Museum stets entwickelt; dies immer mit der Intention:

[1] Goldenes Buch des Naturhistorischen Schulmuseums der Gemeinde Rixdorf am 1. Oktober 1897. Heimatmuseum Neukölln (HMu Kkn) Dokumenten-Archiv (DA) Jahrbücher des Rixdorfer Lehrer-Verbandes; Neuköllner Heimatblätter. Nr. 10 / Aug. 1957. Zeitungsartikel 1957. 9. Grundschule 1950. WillyGrigat.

 

 

Mehr Neukölln findest Du nirgendwo!“

Die auf Dauer angelegte Ausstellung „99xNeukölln“ macht dieses Motto anhand von 99 Objekten und einem wahren Netzwerk von Kontexten für unsere Besucherinnen und Besucher wirklich erlebbar.

Und mit dem 1. Januar 2022 beginnt wiederum eine neue Zeitrechnung: Das Schulmuseum von einst ist erwachsen geworden – und ist nun das schlagende Herz des neuen Fachbereichs Museum, Stadtgeschichte, Erinnerungskultur.

Allein schon mit diesem Titel ist das erheblich erweiterte Aufgabenfeld trefflich umschrieben:

ES GEHT UM STADT(teil)GESCHICHTE
– INMITTEN DER STADT

Auch dafür gibt’s natürlich einen zeitgenössischen Begriff: Outreach.

Das Museum will sukzessive seine angestammten Mauern überwinden und Schritt für Schritt auch im Stadtraum – und erst recht im Digitalen Raum – sichtbar und erlebbar werden. So erklärt sich auch der auf den ersten Blick etwas kryptisch wirkende Titel unseres DigitalSymposiums:

HYBRIDE ZEITEN!

Das 125ste Jubiläum der Gründung des Museums nutzen wir heute als mehr für den zukunftsgewandten Ausblick, als für die romantische Rückschau.

Aber eines ist sicher: In Abwandlung von Odo Marquardt Ausspruch könnten wir formulieren:

ZUKUNFT BRAUCHT AUCH IN ZUKUNFT HERKUNFT

Denn am Ende hat jeder Mensch einen ganz persönlichen Migrationshintergrund – als Reisender in seiner eigenen (Lebens-)Zeit.

 

Matthias Henkel
Leiter des Fachbereichs Museum | Stadtgeschichte | Erinnerungskultur

Wir freuen uns auf den Dialog mit den Referentinnen und Referenten unseres DigitalSymposiums

Dr. Christian Baudisch Leiter
Deutsches Fleichereimuseum, Böblingen
Dr. Johannes C. Bernhard Leiter
des Projekts Creative Collections, Badisches Landesmueum, Karlsruhe
Dr. Torben Giese Direktor
StadtPalais – Museum für Stuttgart
Prof. Dr. Michael John Gorman Gründungsdirektor
Biotopia, München
Dr. Annabelle Hornung Direktorin
Museum für Kommunikation, Nürnberg, MSPT
Dr. Stephanie Jacobs Direktorin
Deutsches Buch- und Schriftmuseum
der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig
Dr. Ulrike Lorenz Präsidentin
Klassik Stiftung Weimar
Dr. Franziska Mucha Kuratorin für Digitale Museumspraxis
Prof. Dr. Johannes Vogel Generaldirektor
Museum für Naturkunde, Berlin
Prof. Dr. Martin Zierold Leiter
KMM an der Hochschule für Musik
und Theater, Hamburg

HYBRIDE ZEITEN

Das DigitalSymposium aus Anlass des 125jährigen Bestehens des Museums Neukölln

am Samstag, 1. Oktober 2022
Zeitfenster 14-18 Uhr
auf ZOOM und YOUTUBE

Museen im Zeitalter der „Stapelkrise“ (Markus Gabriel)[1]

Museen müssen auf die vielfältigen Herausforderungen, die kommen werden, so reagieren, dass sie durch die Bündelung ihrer kreativen Potenziale konzeptionell gestärkt und gefestigt aus der Stapelkrise hervorgehen; als sinnvolle und sinnstiftende gesamtgesellschaftlich relevante Einrichtungen.

Hybridität und Nachhaltigkeit sind dabei zwei Schlagworte, die derzeit hoch im Kurs stehen – in den medialen Debatten. Beide Themen sind auch für den Museumsektor von wachsender Bedeutung. Bei genauerer Betrachtung weisen die Themenfelder zudem Schnittmengen auf, die synergetisch nutzbar gemacht werden können.

Wir benötigen allerdings – so eine Aufforderung an die Museen selbst – mehr Kreativität, Professionalität und letztlich auch Authentizität beim Navigieren in HYBRIDEN ZEITEN und HYBRIDEN WELTEN. Nur dann wird sich auch ein nachhaltiger Nutzen – für die Museen als Institution und für die Gesellschaft als ganzheitlich betrachteter Zielgruppe – entwickeln lassen.

[1] https://www.diearchitekten.org/quicklinks/newsroom/detail/mit-70-durch-die-stapelkrise/

Was verstehen wir eigentlich unter HYBRIDEN ZEITEN?

Das sukzessive Einsinken des Digitalen in den (analogen) Museumsalltag. Eine authentisch-digitale Szenographie muss erst noch entwickelt werden, um den gesamten Möglichkeitsraum des Digitalen auszuschöpfen zu können und einen kulturellen Mehrwert zu schaffen – für das Museums selbst, aber natürlich auch für unsere Besucher:innen und User.

Intention der Tagung

Es geht uns bei der Tagung nicht um die neuesten technischen oder medialen Errungenschaften, sondern vielmehr um wirklich ganzheitlich angelegte, agile und nachhaltige Konzepte. Konzepte, mit deren Hilfe sich die Museen – jeglicher Größe und Ausstattung – einen wesentlichen Schritt in Richtung hin zu einer ganzheitlich verstandenen Hybridität entwickeln können.

Mit dem Symposium wollen wir dem Erfahrungsaustausch eine digitale Bühne geben. Zweifellos lässt sich kein Masterplan entwickeln, der sich auf alle Einrichtungen übertragen lässt, aber gerade in der dialogischen Gegenüberstellung ganzer Konzepte oder einzelner Case-Studies lässt sich – so unsere Intention – der Funke der gegenseitigen Inspiration schlagen.

Anmeldung zur Teilnahme am DigitalSymposium als Gast

  • Es handelt sich um eine digitale Tagung per ZOOM und YOUTUBE.
  • Die Teilnahme ist kostenlos.
  • Es ist eine ANMELDUNG per Email erforderlich
    oeffentlichkeitsarbeit@museum-neukoelln.de
  • Im Vorfeld der Tagung erhalten Sie dann den Link per Mail.

 

Digitale Veröffentlichung

  • Die Veranstaltung wird digital mitgeschnitten. Mit der Teilnahme erklären Sie sich einverstanden mit einer späteren Veröffentlichung der bearbeiteten Mitschnitte. Dadurch entsteht allerdings keine Verpflichtung zur Veröffentlichung einzelner Aussagen.