1. Historikertagung des Instituts für Österreichkunde

Bildung, Bürger und Nation: Stadtmuseen im 19. Jahrhundert

Kurzbeschreibung:

Das 19. Jahrhundert gilt als Gründungsjahrhundert des modernen Museums. Neben den großen, in den Metropolen angesiedelten National- und Landesmuseen entstanden vielerorts von Bürgern initiierte Stadt- und Regionalmuseen. Die niederösterreichischen Stadtmuseen in Wiener Neustadt (gegründet 1824), Retz (gegründet 1833) und Baden (Rollett-Museum, Museumsgründung 1806/10, Stadtmuseum seit 1867), zählen sogar zu den frühesten derartigen Museumsgründungen im deutschsprachigen Raum. Sie werden derzeit im Rahmen des vom Land Niederösterreich geförderten FTI-Projekts „MuseumsMenschen – Zur Gründungsgeschichte der Stadtmuseen in Niederösterreich“ wissenschaftlich untersucht.

 

 

 

 

Die in Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt ausgerichtete Kooperationstagung zeigt die große Bedeutung, welche die Stadtmuseen für die Geschichte der Museen und des kulturellen Bewusstseins, die Ausbildung kommunaler und nationaler Identität, aber auch als Motoren von Bildung und wissenschaftlicher Entwicklung hatten und haben. Neben den Institutionen geht es besonders um die Akteure, die sich gemeinsam dem Sammeln, Bewahren, Erforschen, Ausstellen und Vermitteln von Kulturerbe verschrieben hatten. Wer waren die Sammler, Museumsinitiatoren, Besucher und Kustoden und was macht das „Erfolgsmodell Stadtmuseum“ aus? Und wie können wir uns heute mit den Museen, ihrer Geschichte und ihren Beständen beschäftigen und sie an ein breites Publikum vermitteln?

Tagungsort:
Wiener Neustadt, Skyline (Baumkirchnerring 6, 2700 Wiener Neustadt)

Datum: 3.-4. Oktober 2019

Mein Beitrag:

Macht.Museum.Identität?

Das Stadtmuseum als Möglichkeitsraum  kultureller Überlappungen
Dr. Matthias Henkel, Berlin

… als kleine Einstimmung…

Sehnsucht

Es schienen so golden die Sterne,
Am Fenster ich einsam stand
Und hörte aus weiter Ferne
Ein Posthorn im stillen Land.
Das Herz mir im Leib entbrennte,
Da hab‘ ich mir heimlich gedacht:
Ach wer da mitreisen könnte
In der prächtigen Sommernacht!

Zwei junge Gesellen gingen
Vorüber am Bergeshang,
Ich hörte im Wandern sie singen
Die stille Gegend entlang:
Von schwindelnden Felsenschlüften,
Wo die Wälder rauschen so sacht,
Von Quellen, die von den Klüften
Sich stürzen in die Waldesnacht.

Sie sangen von Marmorbildern,
Gärten, die über’m Gestein
In dämmernden Lauben verwildern,
Palästen im Mondenschein,
Wo die Mädchen am Fenster lauschen,
Wann der Lauten Klang erwacht,
Und die Brunnen verschlafen rauschen
In der prächtigen Sommernacht.

Joseph von Eichendorff „Sehnsucht“. Aus: Dichter und ihre Gesellen. 1834
https://de.wikipedia.org/wiki/Sehnsucht_(Eichendorff)