Programmkoordination "Lange Nacht der Ideen"
am 14. April 2016 im Auftrag des Auswärtigen Amts

Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik – das hört sich zunächst ziemlich abstrakt an. Wenn man diesem Begriffspaar jedoch eine feste Zeit und eine passende Gelegenheit gibt, dann wird das Abstrakte anschaulich, erlebbar – vielleicht auch lehrreich: Nichts anderes ist die Lange Nacht der Ideen gewesen, die erstmals am 14. April 2016 in Berlin stattfand, eingebettet in das „Forum Menschen bewegen 2016

Die Auswärtige Politik der Bundesregierung ist geprägt durch ein gemeinsames Agieren mit Partnern auf Augenhöhe. Gegenseitiges Verstehen und Verständnis bilden dabei die Grundvoraussetzung – gepaart mit einem hohen Maß an Offenheit, die den Diskurs überhaupt erst ermöglicht. Für ein solches Politikverständnis bilden Kultur und Bildung nicht nur wirkmächtige Handlungsräume sondern zugleich auch Werkzeuge für die operative Zusammenarbeit in Projekten. Das Kulturverständnis basiert dabei weniger auf einem ästhetischen als vielmehr auf einem sozialen Kulturbegriff.

Vor diesem Hintergrund ist die Auswahl der einzelnen Partner der Langen Nacht der Ideen getroffen worden: vielfältig, spartenübergreifend, innovativ, interkulturell. So ist es zu erklären, dass neben den angestammten Mittlerorganisationen wie GI, AvH, DAAD auch so un-gewöhnliche Orte wie SAVVY Contemporary oder das Ottobock Science Center auf der Kooperationsliste ihren festen Platz gefunden haben. Es ging bei dieser Veranstaltung  – 14 verschiedene Institutionen, 14 verschiedene Formate und ebenso viele verschiedene Themenschwerpunkte – darum, möglichst das gesamte Spektrum der AKBP abzubilden: Das Spektrum reichte dabei von B – wie Bewegung (streetfootballworld) oder D – wie Digitale Welten (Deutsches Technikmuseum), G – wie Globales Erbe (Naturkunde Museum Berlin) und P – wie postmigrantisches Theater (GORKI Theater) und S – wie Schönheit (Neues Museum) bis hin zu T – wie 360° Theater (Berliner Festspiele) und Z – wie zivilgesellschaftliches Agieren (Akademie der Künste).


Im wahrsten Sinne wert-voll waren dabei nicht nur die Veranstaltungen selbst, sondern auch die im Vorfeld geführten gemeinsamen Diskurse zwischen dem Auswärtigen Amt und den Partnern. Schließlich wurden die Themen und die dazu passenden Formate gemeinsam entwickelt.

Auf diese Weise entstand ein wirklich einzigartiger abendlicher Veranstaltungsreigen, bei dem die Gäste vor Ort ganz bewusst und aktiv in den Dialog einbezogen wurden. Denn auch das war ein konstitutives Element: Das Miteinander-ins-Gespräch-kommen.

 

Nehmen wir das Beispiel Schönheit(en): [Veranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz/Staatliche Museen zu Berlin im Neuen Museum. Mentor des Abends: Prof. Dr. Hermann Parzinger]
Jeder von uns hat eine mehr oder minder ausgeprägte Vorstellung von dem, was schön ist. Erst im Vergleich wird jedoch deutlich, dass Schönheit keinesfalls einen absoluten Wert repräsentiert  – sondern vielmehr durch Parameter wie Geschlecht, Alter, Herkunft, Weltanschauung determiniert ist. Anhand von drei ausgewählten Exponaten – Nofretete, Helios und dem Berliner Goldhut – wurden den Gästen der Langen Nacht der Ideen im Neuen Museum die sehr unterschiedlichen Schönheitsideale und Bedeutungszusammenhänge der Exponate aus den unterschiedlichen Regionen und Epochen vor Augen geführt. Nach diesen Rundgängen im Directors-Cut wurde, gemeinsam mit Hermann Parzinger, dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und den Abteilungsdirektoren das Thema Schönheit in Bezug auf den dahinterliegenden Wertekanon diskutiert.

Eine musikalische Intervention – Rino Yamamoto (Violine) spielte den Ausschnitt einer Chaconne von J.S. Bach mit Brechungen – führte den Zuhörerinnen und Zuhörern dabei deutlich vor Ohren, wie schmal der Grat ist, zwischen Harmonie und Disharmonie…
Insgesamt entstanden an diesem Abend auf diese und ähnliche Weise mit Hilfe aller Partner 14 – im wahrsten Sinnen des Wortes – bewegende Veranstaltungen.